ERMITAÑOS

Wenn sich eine Band auf Tour begibt, ist das jetzt nicht immer die Neuerfindung des Rads. Selbstverständlich nicht – wo sich in heutiger Zeit Musiker vor allem durch verkaufte Tickets finanzieren können, ist eine Tour vielleicht sogar das Naheliegendste. Das heißt dann eben für eine gewisse Zeit Abschied nehmen vom eigenen Bett und den eigenen vier Wänden und sich einstellen auf lange Nächte mit wenig Schlaf und irgendwie alles so zwischen Tür und Angel.

Wenn ich den Film „Ermitaños“ von Wooden Peak und Christoph Lehmann richtig verstehe, liegt dieser Tour ein etwas anderer Gedanke zu Grunde. Wer als Indie-Musiker mit seinen Konzerten Geld verdienen will, fährt schließlich nicht nach Ecuador, wo es schon die einheimischen Musiker schwer genug haben. Aber Wooden Peak haben ihre Reise in das südamerikanische Land dann zu zweierlei Dingen genutzt: Zum Einen haben sie Werbung für sich gemacht. Und zum Anderen haben sie mit diesem Film eine Dokumentation über die unabhängige Musikszene in Ecuador gemacht.

Wooden Peak – Polar

polar

Lumen hat mich zurück zu akustischer Musik geführt. Jetzt, gut anderthalb Jahre später, kommt mit Polar das dritte Album von Wooden Peak. Lumen, natürlich irgendwo untergegangen, wird wieder ausgekramt. Pills Start Work habe ich auch seit langem mal wieder gesehen.

Polar steht nicht im Widerspruch zu Lumen. Es ist wie eine Ergänzung. Vielleicht passt es mehr zur dunklen Jahreszeit, vielleicht aber auch nicht. Factory Park mit seiner entspannten Hyperaktivität fängt mich sofort ein. Ich sitze auf meinem Sessel und trommle auf den Knien mit. Überhaupt, die Drums machen mir viel Spaß und sind vermutlich auch ein Grund, wieso ich Wooden Peak so gerne höre. Weil ich Trommeln mag. Dann ist da noch der kleine Shaker, die off-beatige Snare, immer wieder Trommelwirbel – und ich verliere mich im Detail.

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