Jincheng Zhang

Das ist schon lustig: ein Chinese, von dem niemand etwas vorher gehört hat, veröffentlicht auf sämtlichen Streaming-Plattformen dieses Planeten innerhalb kürzester Zeit 95 Alben. Seine auf YouTube hochgeladenen Videos lassen vermuten, dass die Alben folgendermaßen entstanden sind: Er setzt sich vor die Kamera, klimpert auf dem Klavier rum, oder spielt einen Beat ein und brabbelt/summt/singt irgendetwas unverständliches hin. Tonspur extrahieren und fertig ist der Song. So ungefähr sehen ja auch die Albumcover aus. Sehr vielmehr als die Videos und die Alben auf den Plattformen hat Jincheng Zhang bisher aber noch nicht preis gegeben.

Dass die Qualität dieser Veröffentlichungen eher für den Mülleimer, als für die Gehörgänge ist, ist relativ eindeutig. Das amüsante daran ist vielmehr, dass hier jemand auf eine etwas andere Art (ungewollte) Kritik übt: Er veröffentlicht mit geringstem Aufwand auf allen Plattformen und generiert so Klicks und womöglich auch noch Verkaufszahlen. Allein weil er jeden sich bietenden Kanal nutzt stellt er in meinen Augen damit auch die modernen Verbreitungskanäle von Musik in Frage. Immerhin spült der Spotify-Algorithmus ihn mittlerweile bei einigen Nutzern in die automatisierten Playlists, was ihn in einer gewissen Art und Weise als Musiker legitimiert.

Auf eine Anfrage hat er zwar mittlerweile reagiert, aber hat die Welt nur wissen lassen, dass er derzeit zu beschäftigt sei, um weitere Antworten zu geben.

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