If This Is House I Want My Money Back 3

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In der Vorbereitung auf die Epilog Release Party am letzten Wochenende ist mir diese schöne Compilation in den Warenkorb gerutscht. Auch wenn wir dann nichts davon gespielt haben: gekauft war sie. Und gelohnt hat es sich. Das geht schon gut mit Kim Brown los die mit Rubies, Riches and Crowns einen recht legeren Start hinlegen. Das ist ein klasse Sound, den ich mir den ganzen Tag geben könnte. Selbst Jonas, der ja sonst ganz gerne den Kritischen gibt, war relativ schnell überzeugt.

Das Eis ist also schon mal gebrochen. Wobei HNNY das spätestens mit dem feucht fröhlichen Most Really Pretty Girls Have Pretty Ugly Feet geschafft hätte. Und an dem ist so gar nichts ugly. Die Platte rangiert irgendwo zwischen verspuhlten Tracks für den Sonnenaufgang und vor Lust und Energie triefendem House. Dabei ist das, wie immer bei Compilations, für mich ein kleines Wagnis. Knapp die Hälfte der vertretenen Artist kenne ich nicht. Aber da halte ich es wie schon bei der letzten Compilation: Immerhin was gelernt. Darum geht’s ja auch irgendwie.

Tracks wie Reverie, Timber oder We See Us haben so ihre schönen Seiten. Aber sie stechen weniger heraus. Allein schon wegen der mir bekannteren Musiker ist also klar worauf erst mal der Fokus liegt. Dabei entfalten auch sie bei näherem Hinsehen ihre Schönheit. We See Us ist zum Beispiel einer dieser verträumten Tracks für den Sonnenaufgang. Tape 4 Fears und Lost In Clouds Again schielen eher zum Acid und wirken auch mehr hyperaktiv, als gelassen. Aber so sind sie eben. Dafür passt das halt für den Club. Lake People hat mit Doubtful einen Track im Angebot, der sich ein bisschen vom klassischen Lake People Sound entfernt. Das klingt dann anders als z.B. die phänomenale On EP, oder der großartige Remix zu Well Done Jackson Pollock. Aber es liegt ja auch schon viel Zeit zwischen damals und heute. Von Zeit zu Zeit habe ich aber das Gefühl der Sound gleiche sich etwas an. Nur dann kommen immer wieder Live Sets – oder im Fall der Fusion eben klasse DJ Sets -, die mich vollkommen in die Ecke stellen und etwas ratlos zurück lassen.

Aber was macht man gegen Ratlosigkeit? Am besten Die Die Die!! hören. Hier reiht sich Axel Boman in die Reihe der schwierigen Titelnamen ein. Nach sterben ist mit bei dem Titel so gar nicht. Er erinnert beim ersten Hören sogar an  ABBA 002, der sich ähnlich wie Die Die Die!! erst seinen Weg aus den Tiefen in die Höhen erkämpfen muss. Dann ist es ein Feuerwerk. Das perfekte Ende – womit dann auch die Verbindung zum Titel wieder hergestellt wäre – für ein Set. Nach der Euphorie passt dann wiederum nicht viel besser, als der richtige Downer. Den liefert Mano Le Tough mit Ducks. Wie als hätten sie sich abgesprochen passt der Titel hier mal etwas besser – quaken da doch tatsächlich die Enten. Ansonsten gibt er sich eher Mano Le Tough – untypisch. Immer schön mit der Ruhe, möglichst langgezogen und wenig überraschend.

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