Aus Gründen

 

Auf der Straße Knüppel und Blut
Bei Mami bieder und lieb
Stark nur in der Meute
Eng im Weltbild, hart im Schritt

Geilen sich auf, an den Gehetzten
Wollen die Angst im Auge sehn
Hart rasiert, auf harten Sohlen
Brutal im Austeilen, feige im Nehmen

Hart im Hirn, weich in der Birne
Ohne Halt, einfältig und klein
Auf der Suche nach einem Führer
Es ist hart, allein beschränkt zu sein

Egal, ob Mensch im Rollstuhl
Asylant, Obdachloser im Park
Alle Mann auf einen
Hauptsache, wehrlos und schwach

Stellen sich den Kampfhund zur Seite
Werten sich auf mit seinem Zahn
Verstecken krampfhaft ihre Panik
Rassischer Verfolgungswahn

Hart im Hirn, weich in der Birne
Ohne Halt, einfältig und klein
Auf der Suche nach einem Führer
Es ist hart, allein und beschränkt zu sein

Hämmern sich Parolen in die Schädel
Fest die Ordnung, hart die Zucht
Kernige Männerkameradschaft
Vor sich selber auf der Flucht

Hart im Hirn, weich in der Birne
Ohne Halt, einfältig und klein
Auf der Suche nach einem Führer
Es ist hart, allein und beschränkt zu sein

Angeschoben als Kampfmaschine
Der Mob zeigt schamlos seine Lust
Im Hintergrund die Schreibtischriege
Werden sie als Schlamm in Schlacht benutzt

Hart im Hirn, weich in der Birne
Ohne Halt, einfältig und klein
Auf der Suche nach einem Führer
Es ist hart, allein und beschränkt zu sein

Hart im Hirn, weich in der Birne
Ohne Halt, einfältig und klein
Auf der Suche nach einem Führer
Es ist hart, allein und beschränkt zu sein

WM-Content

Ich habe bisher aber auf den richtigen Content gewartet. Dank der Sendung mit der Maus hat mein Warten jetzt ein Ende: Sehr eingängige Melodie, unnachahmliche Reime und ein einzigartiger Auftritt meines Lieblingsfußballredakteurs Arnd Zeigler als Pfosten.

Martin Kohlstedt

Ich kenne Martin Kohlstedt jetzt schon eine ganze Weile. Und ich begleite sein musikalisches Schaffen als Solo-Künstler seit seinem ersten Album. Ich habe ihn in den vergangenen Jahren bestimmt fünf Mal auf einer Bühne gesehen und hatte eigentlich jedes Mal dieses eine Gefühl, dass ich nur von ihm kenne. Und ich habe mich auch schon häufig mit ihm über das unterhalten, was er da macht. Und wollte jedes Mal nicht so ganz verstehen, was er genau meint, wenn er über seine Musik spricht. Da passiert ganz viel zwischen den Tönen und Zeilen, dass sich einem eben nicht auf Anhieb erschließt. Sowohl bei einem seiner Konzerte, als auch bei einem Gespräch mit ihm. Dank Patrick Richter gibt es jetzt aber eine Art Zugang. Klar: Ganz ran kommt man da immer noch nicht, aber ein gehöriges Stück näher. Und es stellt sich beim Gucken dieser Kurzdoku auch ein kleines bisschen dieses Gefühl der Intimität ein, dass ich sonst bei seinen Konzerten habe.

Trettmann im NMR

Ich habe eigentlich für all die Künstler, die derzeit mit Autotune oder dergleichen ihre Stimmen verfremden, verschwindend wenig bis gar nichts übrig. Seit ich jetzt das Webexclusive von Trettmann für das Neo Magazin Royale gesehen habe, vermute ich, dass es an den häufig belanglosen Texten liegt. Trettmann macht das anders und besser – finde ich. Und auch die Inszenierung, die dort im Fernsehstudio gezaubert wird, macht was her.