Schallplatten aus Tschechien

„Böhmische Dörfer“ ist wohl einer der unspektakulärsten Titel einer Fernsehreihe. Aber scheinbar passiert in Tschechien doch mehr, als gedacht: 75.000 Platten am Tag, 20.000.000 Platten im Jahr werden da nämlich gepresst. Das sind wohl 20% des Weltmarktes. Not bad. Wer noch einen Job braucht, kann sich da auch bewerben. In Tschechien geht’s dem Arbeitsmarkt scheinbar zu gut.

it’s our Podcast №15

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Birk, alias Bobo Akrasia, kenne ich noch von ganz früher, als wir noch einen oder zwei Köpfe kleiner waren. Dann sahen wir uns vielleicht zehn Jahre nicht. Und plötzlich stand er vollkommen überraschend nach einem Seminar wieder vor mir. Seitdem ist er ein fester Teil unserer Verbindung nach Halle. Wir fuhren zum Auflegen und feiern rüber, er kam zu uns aufs Festival. Und immer waren das, auch dank vieler Freunde, die es mittlerweile dorthin gezogen hat, echt richtig nette Tage und Abende. Die Verewigung in unserer kleinen Sammlung war da eigentlich nur eine Frage der Zeit.

Also schenken wir euch heute einen schönen Mix voller kleiner Perlen, die zu hören, sehr viel Spaß macht. Tut euch einfach den Gefallen und genießt einen kleinen Querschnitt aus Birks Sammlung. Auf ein gutes Jahr 2017.

it’s our Podcast №14

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Als ich letztens auf einem Geburtstag aufgelegt habe, durfte ich das zum Glück mit Wax Brase zusammen machen. Denn seine Plattensammlung ist so ein bisschen in jedem Genre beheimatet, was das Auflegen an so einem bunten Abend doch erheblich erleichtert. (Zumal er damit die Lücken in meiner Plattensammlung sehr gut füllen konnte.) Das könnte vielleicht daran liegen, dass sich Herr Brase beruflich mit Schallplatten beschäftigt – ich glaube aber eher, dass das an seinem guten Geschmack liegt.

Und eben dieser gute Geschmack prädestiniert ihn, einen Podcast für uns zu machen. Und der heißt trägt auch nicht umsonst den Namen 8.000 Mark – ein etwas happiger Name, aber auf jeden Fall was zum Saufen. Wer sich jetzt fragt, was ich hier für einen Müll zusammen schreibe, der drückt bitte einfach auf Play und ist hinterher zu 100% um einiges schlauer.

Viel Spaß also bei einer Fahrt durch das Plattenregal von Wax Brase. Und vielen Dank an eben jenen für diesen tollen Podcast.

WISP Festival

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Wir waren vergangenes Wochenende eher zufällig beim Wisp Festival for Arts, Technology & Communication. Ich habe erst gar nicht gewusst was mich erwartet und wurde überrascht: Eine ziemlich große Bandbreite ziemlich interessanter Ideen und Installationen, die in virtuellen Welten statt fanden, oder mittels Sensoren einen sonst wie gearteten Bezug zur digitalen Welt hatten. Gebaut wurde alles rund um einen Vortrag des Psychoanalytikers Arno Gruen dessen Kern der Verlust der Empathie des Menschen ist.

Gruen befasste sich vor allem mit psychologischen Ursachen für Gewalt und Fremdenhass sowie Voraussetzungen für Autoritätsglaube und Demokratie – das passt ja mal wieder 1a ins Zeitgeschehen.

Inhaltliche Leitlinie war dabei Gruens Eassy über „Das Fremde in uns“. Ich habe das Buch bisher nicht gelesen zitiere aber gerne aus der Beschreibung:

„Der Fremde in uns, das ist der uns eigene Teil, der uns abhanden kam und den wir zeit unseres Lebens, jeder auf seine Weise, wiederzufinden versuchen. Manche tun dies, indem sie mit sich selbst ringen, andere, indem sie andere Lebewesen zerstören. […] Ziel ist es, dazu beizutragen, die zerstörerischen Anteile wie panische Angst, rastlose Leidenschaft, blinden Haß, besonders den Haß auf Fremde, zurückzudrängen, bevor sie übermächtig werden. Gruen macht Mut, den eigenen unbekannten Kontinent der Gefühle zu erforschen. Es gilt Einsichten zu gewinnen, die das eigene mitmenschliche Handeln leiten. Das Buch ermutigt, sich dafür täglich – privat und öffentlich – zu engagieren.“ (Klett-Cotta)

Das Ganze ist jetzt vorbei, weshalb der Beitrag hier eigentlich nicht so richtig Sinn hat. Das Wirken von Arno Gruen erschien mir aber auch darüber hinaus empfehlenswert zu sein. Weitere Informationen über Arno Gruen gibt es im Internet zuhauf, daher sei hier nur kurz auf das Porträt bei ZEIT Online hingewiesen. Und da das Festival von nun an jährlich statt finden soll sehe ich das als Empfehlung und Erinnerung (an mich) fürs nächste Jahr. Das war wirklich ziemlich beeindruckend!