Boris Vian – Disco

Wogegen Richard sich noch wehrt, ist für mich dann eben doch schon mein Alltag. Ich höre tagtägliche über Spotify Musik und auch jeden Woche meinen „Mix der Woche“ – eine von einem Algorithmus anhand meiner Hörgewohnheiten generierte Playlist, die mindestens jede zweite Woche gut ist.

Und in eben jenem „Mix der Woche“ wurde mir dann diese Woche ein richtig guter Titel empfohlen: „Disco“ von Boris Vian aus Ecuador. (Mein Spanisch ist leider sehr schlecht und ich habe auch nichts dazu gefunden, weswegen ich keine Ahnung habe, warum man sich als Musiker aus Ecuador nach einem französischen Schriftsteller und Jazz-Trompeter des vergangenen Jahrhunderts benennt.)

Die Nummer ist aber eine wahre Perle. Meinem Kollegen war es etwas zu langsam. Für mich ist’s genau richtig.

radioooooooooooooooooo.com

Ich kämpfe ja in regelmäßigen Abständen mit mir selbst: Hinsichtlich der Frage, ob ich langsam mal die obligatorischen zehn Euro fürs Musikstreaming locker machen sollte oder nicht. Viele Leute in meinem Umfeld hören und entdecken mittlerweile Musik über Spotify und Deezer. Ich komme darauf aber nachwievor nicht so richtig klar und besitze lieber eine Platte, CD oder Datei auf meiner Festplatte, als 10€ im Monat fürs „leihen“ auszugeben. Ich kann auf Netflix verzichten, wenn das Internet wieder doof ist, aber auf die komplette Musikbibliothek, von der ich mir – natürlich absolut zufällig – genau die falschen Playlists aufs Handy runter gelanden habe? Nope.

Vor kurzem kam dann dieses radiooooo ums Eck und brachte mich von diesem Gedanken wieder ab – obwohl das Eine mit dem Anderen nicht viel zu tun hat. radiooooo.com funktioniert im Prinzip wie archive.org. Ich wähle auf einer Weltkarte eine Region und eine Zeit zwischen 1900 und Now aus und höre direkt los. Weil ein Freund gerade in Tunesien weilt, probierten wir das letztens mit Musik aus Tunesien – funktioniert wunderbar. Schön schlicht ohne den ganzen Algorithmenkram. Jeder Nutzer kann Titel hochladen und ein Team bei radiooooo sorgt dann fürs kuratieren. Ich entdecke dort seit Monaten haufenweise neue Musik und genieße es so sehr, dass ich nicht mal mehr darüber nachdenke mir irgendwo einen Premium Account zu holen. Ein tolles Gefühl!

predominant.ly

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Das Internet ist voller unglaublicher Dinge. Und jeden Tag kommen unzählige neue hinzu. Heute zum Beispiel ist mir die Website www.predominant.ly in die Hände gefallen. Ein enorm cooles Tool der Band Open Work (oder vielleicht auch eher des Designbüros – das ist nicht so ganz eindeutig), das Plattencover der zugehörigen Farbe zuordnet, die man mit sich aus dem Farbspektrum auswählen kann. Da hat sich jemand sehr viel Mühe beim Sortieren seiner Datenbank gegeben.