Nils Frahm – All Melody

Ich war gestern zum zweiten Mal bei einem Konzert von Nils Frahm und bin immer noch hin und weg. Akustisch war das im Vergleich zum Schauspiel vor reichlich zwei Jahren noch besser, musikalisch wie gewohnt absolut überragend. Dass Nils es schafft aus diesem riesigen und ständig wachsenden Setup so viel heraus zu holen ist immer wieder toll anzusehen. Jedes Stück ist in seiner Form brillant. Dabei ist völlig egal ob er Bombastkino für die Ohren schafft oder sehr filigrane Lieder auf dem Piano spielt. Sowohl im Kleinen als auch im Großen funktioniert das im Gewandhaus sehr gut und ich würde jedem einen Besuch dort ans Herz legen. Die Akustik eines solchen Konzertsaals ist so exzellent, da kommt man als Laie manchmal gar nicht drauf klar. Darüber hinaus muss man ob seiner angenehmen bodenständigen Art fast schon zwangsläufig große Sympathie zu diesem Mann empfinden.

Wie Dieter Moor in ttt sagt, hat sich „größtmöglicher Respekt“ zwischen ihm und seinem Publikum entwickelt. Das merkte man auch während des Konzerts, als sich große Teile des Publikums kaum noch auf den Stühlen halten konnten. Schon zwischen den Stücken brandete der Beifall durch den Großen Saal. Nach dem letzten Ton dann stehende Ovationen und ein wie immer eher schüchterner Nils Frahm. Wahnsinn.

radioooooooooooooooooo.com

Ich kämpfe ja in regelmäßigen Abständen mit mir selbst: Hinsichtlich der Frage, ob ich langsam mal die obligatorischen zehn Euro fürs Musikstreaming locker machen sollte oder nicht. Viele Leute in meinem Umfeld hören und entdecken mittlerweile Musik über Spotify und Deezer. Ich komme darauf aber nachwievor nicht so richtig klar und besitze lieber eine Platte, CD oder Datei auf meiner Festplatte, als 10€ im Monat fürs „leihen“ auszugeben. Ich kann auf Netflix verzichten, wenn das Internet wieder doof ist, aber auf die komplette Musikbibliothek, von der ich mir – natürlich absolut zufällig – genau die falschen Playlists aufs Handy runter gelanden habe? Nope.

Vor kurzem kam dann dieses radiooooo ums Eck und brachte mich von diesem Gedanken wieder ab – obwohl das Eine mit dem Anderen nicht viel zu tun hat. radiooooo.com funktioniert im Prinzip wie archive.org. Ich wähle auf einer Weltkarte eine Region und eine Zeit zwischen 1900 und Now aus und höre direkt los. Weil ein Freund gerade in Tunesien weilt, probierten wir das letztens mit Musik aus Tunesien – funktioniert wunderbar. Schön schlicht ohne den ganzen Algorithmenkram. Jeder Nutzer kann Titel hochladen und ein Team bei radiooooo sorgt dann fürs kuratieren. Ich entdecke dort seit Monaten haufenweise neue Musik und genieße es so sehr, dass ich nicht mal mehr darüber nachdenke mir irgendwo einen Premium Account zu holen. Ein tolles Gefühl!

Riotvan Einkaufstour

Ich war mal wieder einkaufen. Nach einer etwas längeren Pause.

Fündig geworden bin ich zuerst bei Riotvan, wo ich mir die Imaginary Solutions von Thomalla gekauft habe. Kann aber auch in Impulskauf gewesen sein, weiß ich nicht so genau. Pataphysics hat es mir wegen seinem entspannten Sound und den scharfen Synthies angetan. Ich mag das auch bei anderen Tracks von ihm – zum Beispiel den Full Beard Mix von Hermitage (ebenfalls auf der Platte), Nachkik oder Tidal, die ich mir irgendwann wie im Wahn kaufen musste. Im Falle der letzten beiden habe ich das aber nie bereut und bin daher recht zuversichtlich.

Platte Nummer zwei ist die Neue von Lake People alter Ego Llewellyn. Dessen Musik gefiel mir schon immer sehr gut und The Other Side Of You schlägt genau in diese Kerbe. The Long Run und der namengebende Titel Tee Other Side of You erinnern ein bisschen an den Sound von Lauer, wohingegen Again & Again fast konträr im House angesiedelt ist – das ist zumindest der Eindruck den die Snippets erwecken. Mit dem langen break in der vermuteten Mitte ist das eine recht angenehme Atempause. Schönes Piano auch! Mal sehen was die Platte offenbart wenn sie am 08.September raus kommt. Ich freu mich auf neues Material.

The Mamas & Papas – Story

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Ihr kennt wahrscheinlich die Plattenstöberstunden in diesen alten vollgestellten Plattenläden. Man findet dort meistens Platten, von denen man nicht wusste, dass man sie haben möchte. Heute lief mir beim fröhlichen Blättern diese schöne Platte über den Weg. The Mama & Papas sind dank fleißiger Eltern zum Glück auch Teil meiner Kindheit gewesen. Und so finden sie dann ihren Weg in den Plattenschrank des Juniors. Und ich kann, wie früher, wieder singend durch die Wohnung laufen.