Dissythekid – Fynn

Ich muss gestehen: Ich habe Dissy, seitdem ich ihn kenne, unterschätzt. Damals in seinem Filmgeschmack – damals wollte ich ihm nicht glauben, dass The Fall einer der besten Filme ist, die man sich anschauen kann – heute wohl eher in seinem musikalischen Schaffen. Jetzt muss ich aber den Hut ziehen. Denn sowohl seine neue Fynn EP, als auch das für die EP entstandene große Kino selbst ist großes Kino. Musikalisch kommen da ganz viele Einflüsse zusammen: da hört man ein bisschen vom alten Clueso und hier schwingt ein bisschen Marsimoto mit. Über allem schwebt das große Experiment, etwas anders zu machen, als gewöhnlich. Wahrscheinlich fiel es mir deswegen auch etwas schwer, mich mit Pestizid anzufreunden; Fynn ist da ein bisschen zugänglicher.

Der Experimentierfreudigkeit steht der Kurzfilm zur EP aber in nichts nach. In den 11 Minuten wird eine ganze Bandbreite an Bildern aufgemacht, die sich mit der Musik verweben. Was sonst also immer nur für einzelne Auskopplungen passiert, macht Dissythekid einfach für seine ganze EP und stellt uns sozusagen einen visuellen roten Faden zur Musik zur Verfügung. Besser spät als nie, spreche ich euch hiermit also meine Hör- und Sehempfehlung aus.